Wasserstoffreiches Wasser trinken
Wasserstoffreiches Wasser, auch Wasserstoffwasser genannt, ist normales Trinkwasser, in dem molekularer Wasserstoff (H₂) gelöst wurde. Es enthält keine neue Form von Wasser und darf nicht mit Wasserstoffperoxid verwechselt werden. Auch alkalisches oder basisches Wasser ist nicht automatisch wasserstoffreich. Für die Beurteilung eines Produktes ist die tatsächlich gelöste H₂-Konzentration in Milligramm pro Liter beziehungsweise ppm wichtiger als der pH-Wert oder das Redoxpotenzial.
Was geschieht nach dem Trinken?
Molekularer Wasserstoff ist sehr klein und kann nach dem Trinken rasch aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden. Er verteilt sich vorübergehend im Körper und wird anschließend überwiegend über die Lunge wieder abgeatmet. Da Wasserstoff leicht aus Wasser entweicht, sollte wasserstoffreiches Wasser nach dem Öffnen oder Herstellen möglichst zeitnah getrunken werden.
In der Forschung wird untersucht, ob molekularer Wasserstoff (H₂) zelluläre Redox-Signalwege, Entzündungsreaktionen und körpereigene Stressantworten beeinflussen kann. Häufig wird Wasserstoff als „selektives Antioxidans“ bezeichnet. Diese Bezeichnung vereinfacht jedoch einen komplexen und noch nicht vollständig geklärten Wirkmechanismus. Viele Erkenntnisse stammen aus Zell- und Tierexperimenten und inzwischen vielen Humanstudien.
Mögliche gesundheitliche Wirkungen
Kleine klinische Humanstudien berichten über Veränderungen einzelner Marker für oxidativen Stress und Entzündung. Weitere Untersuchungen fanden mögliche Effekte auf Krebs, Müdigkeit, sportliche Erholung, Muskelkater, Fettstoffwechsel, Blutzucker oder Harnsäure, Sodbrennen (Refluxösophagitis). Die Ergebnisse sind jedoch nicht einheitlich. Die meisten Studien umfassen nur wenige Teilnehmende, dauern relativ kurz und verwenden unterschiedliche Herstellungsverfahren, Konzentrationen und Trinkmengen.
Man kann auch vermuten, dass Wasserstoffwasser bei gesunden Menschen Krankheiten verhindert oder einen allgemeinen Anti-Aging-Effekt besitzen kann.
Wasserstoffwasser bei Krebs
Im Bereich der begleitenden Krebstherapie liegen erste vor. In einer kleinen randomisierten Studie mit 49 Patientinnen und Patienten, die wegen Lebertumoren bestrahlt wurden, verbesserten sich unter Wasserstoffwasser einzelne Angaben zur Lebensqualität. Beim Ansprechen des Tumors zeigte sich jedoch kein signifikanter Unterschied gegenüber Placebo.
Eine weitere kleine Studie bei Menschen mit Darmkrebs untersuchte Wasserstoffwasser begleitend zu einer mFOLFOX6-Chemotherapie. Dabei standen Veränderungen von Leberwerten im Mittelpunkt. Aus dieser Untersuchung kann nicht geschlossen werden, dass Wasserstoffwasser den Krebs selbst behandelt.
Wie wird wasserstoffreiches Wasser hergestellt?
Wasserstoff kann durch Elektrolyse, Druckbegasung oder durch die Reaktion spezieller Magnesiumpräparate mit Wasser gelöst werden. Die auf dem Produkt angegebene theoretische Leistung sagt nicht immer aus, wie viel H₂ beim Trinken tatsächlich noch vorhanden ist. Wasserstoff entweicht besonders schnell aus offenen Gläsern, Karaffen und nicht gasdichten Flaschen.
Auf dem Markt gibt es zahlreiche Trinkflaschen, die mittels Elektrolyse molekularen Wasserstoff im Wasser erzeugen. Gute Flaschen zur Herstellung von wasserstoffreichem Trinkwasser sollten folgende Merkmale besitzen:
- PEM-/SPE-Elektrolyse mit Trennung von Wasserstoff, Sauerstoff, Ozon und Chlor.
- Elektroden aus Titan mit Platinbeschichtung.
- Nachweisbare H₂-Konzentration, idealerweise etwa 1–1,6 mg/l (ppm) oder höher unter Druck.
- Druckfeste, gasdichte Konstruktion, möglichst aus Borosilikatglas oder hochwertigem BPA-freiem Kunststoff.
- Automatische Druckentlastung und Abschaltung sowie CE-/Lebensmittelzertifizierung.
- Leichte Reinigung und austauschbare Dichtungen/Membranen.
Die ORP-Messung bestimmt das Oxidations-Reduktions-Potenzial einer Flüssigkeit. ORP steht für „Oxidation Reduction Potential“ und wird in Millivolt (mV) angegeben.
- Positive Werte bedeuten: Die Flüssigkeit wirkt im Messsystem eher oxidierend.
- Negative Werte bedeuten: Sie wirkt eher reduzierend beziehungsweise kann Elektronen abgeben.
- Werte um 0 mV liegen dazwischen.
Bei Wasserstoffwasser fällt der ORP-Wert häufig negativ aus, weil gelöster molekularer Wasserstoff das Redoxpotenzial senkt. Ein stark negativer ORP-Wert kann somit darauf hinweisen, dass das Wasser reduzierende Substanzen wie gelösten molekularen Wasserstoff enthält. Bei der Auswahl der Wasserstoff-Flaschen sollten nachvollziehbare Angaben zur H₂-Konzentration in ppb beachtet werden.
Praktische Hinweise zum Trinken
Wasserstoffreiches Wasser sollte frisch zubereitet beziehungsweise direkt nach der Herstellung getrunken werden. Für die Aufbewahrung sind gasdichte und möglichst vollständig gefüllte Behälter günstiger als offene Gefäße. Eine medizinisch verbindliche Trinkmenge existiert nicht, da die bisherigen Studien sehr unterschiedliche Mengen und Konzentrationen verwendet haben.
Verträglichkeit und Sicherheit
Das Trinken von Wasserstoffwasser wurde in den bisher veröffentlichten Studien überwiegend gut vertragen.
Zusammenfassung
Wasserstoffreiches Wasser ist eine interessante, noch experimentelle Form der Aufnahme von molekularem Wasserstoff. Erste Humanstudien liefern Hinweise auf Wirkungen bei oxidativem Stress, Entzündungsprozessen, Krebs, Müdigkeit und einzelnen Stoffwechselparametern.
Studien und Literatur
Systematische Übersichtsarbeit zu Wasserstoffwasser, 2024
Randomisierte Studie während der Bestrahlung von Lebertumoren
Studie zu Wasserstoffwasser während einer mFOLFOX6-Chemotherapie
Dieser Beitrag dient zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung.
- BodyDopping
- Endokrinologie
- Gesunde Ernährung
- Frequenztherapie, PowerTube
- Infusionstherapie
- Integrative Krebstherapie
- Immunsystem bei Krebstherapie
- Chemotherapeutika
- Übersicht der wichtigsten Natursubstanzen in der Krebstherapie
- 2-Deoxy-D-Glukose (2-DG)
- Amygdalin
- Artemisin, Artesunat
- Berberin
- Cannabis, Marihuana
- CLA (konjugierte Linolsäure)
- Curcumin, Beifuß
- DCA - Dichloressigsäure
- EGCG (Epigallocatechingallat)
- Heilpilze
- Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT)
- Ivermectin, Mebendazol und Fenbendazol
- Methadon hydrochlorid
- Methadon
- Methylenblau
- Misteltherapie
- Photodynamische Therapie
- Quercetin
- Resveratrol
- Salvestrol
- Spermidin
- Sulforaphan
- TKTKL1 & Apo10
- Vitamin C Hochdosis-Infusionen
- Wasserstoff (H2)
- Low Dose Naltrexon (LDN)
- PRP-Therapie bei Kniearthrose
- Strophanthin
- Ultraschalldiagnostik
- Ästhetische Medizin
- Extensionsliege
- Vorsorge (Prävention) und Nachsorge