Wasserstoff-Inhalation (H2-Therapie)

Molekularer Wasserstoff (H2) ist ein medizinisch untersuchtes Gas, das selektiv stark reaktive Sauerstoffradikale neutralisieren und entzündliche Prozesse modulieren kann. In klinischen Studien wurde es vor allem als unterstützende Therapie bei chronischen Erkrankungen und in der Onkologie untersucht.

Die Anwendung erfolgt meist als Inhalation (1–3 % H2 in Luft/O2) über eine Nasenbrille oder Maske.

Molekularer Wasserstoff kann als komplementäre Begleitmaßnahme erwogen werden, um oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen während Chemo-/Radiotherapie zu reduzieren und Lebensqualität/Fatigue zu verbessern – bei bisher guter Verträglichkeit. Ein gesicherter direkter Antitumor-Effekt ist aus der aktuellen Human-Evidenz noch nicht ausreichend belegt; daher sollte H2 nicht als Ersatz für leitliniengerechte Onkologie eingesetzt werden.

Wissenschaftlich beschriebene Wirkmechanismen:

1. Selektive antioxidative Wirkung:

  • H2 neutralisiert bevorzugt hochreaktive Sauerstoffradikale (Hydroxylradikale •OH) ohne physiologische Redox-Signalwege zu blockieren.
  • Schutz der mitochondrialen Funktion
  • Reduktion oxidativer Zellschäden

2. Entzündungsmodulation:

Studien zeigen eine Reduktion proinflammatorischer Signalwege:

  • NF-κB ↓
  • IL-6 ↓
  • TNF-α ↓

→ mögliche Verbesserung chronisch-entzündlicher Belastung

3. Zellulärer Energiestoffwechsel

H2 kann die mitochondriale Effizienz unterstützen und oxidativen Stress bei hoher metabolischer Belastung senken.

4. Immunmodulation

Erste klinische Untersuchungen zeigen Hinweise auf eine mögliche Verbesserung erschöpfter T-Zell-Funktionen und allgemeiner Immunbalance.

Klinische Datenlage - Klinische Wirksamkeit:

  • Humanstudien zeigen Verbesserungen bei Fatigue, Lebensqualität und oxidativem Stress
  • Positive Daten in der Begleittherapie bei onkologischen Patienten (Reduktion therapiebedingter Nebenwirkungen)
  • Gute Sicherheitsdaten bei inhalativer Anwendung (1–4 % H₂)

Aktuell keine ausreichende Evidenz für eine alleinige kurative Tumortherapie. Die Anwendung erfolgt als zusätzliche Anwendung und nicht als Ersatz für anerkannte Therapien.

Therapeutisches Konzept:

  • Inhalation von 1–3 % H₂, 60–120 Minuten täglich
  • Therapiedauer: mindestens 8–12 Wochen
  • Anwendung mit zertifizierten Geräten unter Beachtung der Sicherheitsvorgaben

Potenzielle Nutzenbereiche:

  • Reduktion oxidativen Stresses
  • Unterstützung der mitochondrialen Funktion
  • Linderung therapieassoziierter Fatigue
  • Entzündungsmodulation
  • Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens

Sicherheit

  • Gute Verträglichkeit
  • Kaum bekannte Nebenwirkungen
  • Nicht brennbar unter medizinisch kontrollierter Dosierung
  • Keine bekannten relevanten Wechselwirkungen mit Standardtherapien

Erwartbarer Nutzen (auf Basis publizierter Studien)

Klinische Untersuchungen zeigen Hinweise auf:

  • Verbesserung der Lebensqualität (QOL-Scores)
  • Verringerung von Fatigue
  • Stabilisierung bestimmter Entzündungsmarker
  • Mögliche Reduktion therapiebedingter Nebenwirkungen
  • Gute Verträglichkeit

Die Wasserstofftherapie ist keine eigenständige Krebstherapie und ersetzt keine leitliniengerechte Behandlung (Operation, Chemotherapie, Immuntherapie, Bestrahlung).

Wasserstoff-Inhalation (H2-Therapie)

In unserer Praxis bieten wir die Wasserstoff-Inhalation als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an. Diese Therapieform wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet und ist als ergänzende supportive Maßnahme gedacht.

Therapiekosten:
35,– Euro pro Stunde (Selbstzahlerleistung)

Vor Beginn der Wasserstoff-Inhalation findet eine individuelle ärztliche Beratung statt, um Nutzen, Ablauf und mögliche Kontraindikationen zu besprechen.

Weitere Informationen zu Wirkungsweisen, Anwendungsbereichen und Geräten finden Sie auf der Webseite des Herstellers: https://bestelements.de/de/

 

Für Rückfragen oder Terminvereinbarungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Studien:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=molecular+hydrogen+therapy+cancer