Methadon

Methadon ist ein schmerzlindernder Wirkstoff aus der Gruppe der Opioide, der zur Behandlung von Schmerzen und zur Substitution im Rahmen einer Heroin-Entzugstherapie eingesetzt wird. Als Schmerzmittel ist Methadon wirksamer als Morphin, Buprenorphin und Fentanyl (Friesen u.a. 2011).

Die Wirkungen beruhen auf der Bindung an die µ- und κ-Opioid-Rezeptoren. Zusätzlich zeigt Methadon eine antagonistische Wirkung am NMDA-Rezeptor.

Methadon unterscheidet sich von anderen Opioiden durch die wesentlich längere Wirkungsdauer und das langsamere Anfluten im Gehirn. Seit einigen Jahren untersuchen Forscher am Ulmer Universitätsklinikum die Wirkung von Methadon bei Krebs. Sie hatten entdeckt, dass die eigentlich zum Heroinentzug eingesetzte Ersatzdroge Methadon Leukämiezellen und andere Krebszellen wie Glioblastome abtöten kann.

Das Methadon dockt an der Oberfläche der Krebszellen an den Opioidrezeptoren und aktiviert Signalwege, die die Apoptose (den natürlichen Zelltod) auslösen und damit die Tumorzelle zum Absterben bringen.

Zusätzlich kann das Methadon über die Opioidrezeptoren der Krebszellen die resistente Tumorzellen wieder empfindlich für die Chemotherapie machen. Denn um Chemotherapeutika aus der Zelle zu transportieren und sich damit vor Zellgiften zu schützen, bilden Tumorzellen an der Zelloberfläche Pumpen aus. Es konnte nachgewiesen werden, dass dieser Mechanismus durch D,L-Methadon über die Besetzung der Opioidrezeptoren blockiert wird. Das bedeutet, dass über die Bindung an den Opioidrezeptor die Tumorzellen weniger von der giftigen Chemotherapie wieder ausschleusen können und diese effektiver wirken kann. Dadurch wird die Wirkung der Chemotherapie verstärkt. Diese Entdeckung verdanken wir der Forscherin auf dem Gebiet des Methadon Frau Dr. Claudia Friesen aus Ulm. (Friesen C / Oncotarget 2013 und Cell Cycle 2014).

Für die Krebstherapie wir das D,L-Methadon eingesetzt. D,L-Methadon ist ein vollsynthetisch hergestelltes Gemisch (Racemat) von zwei spiegelbildlichen Molekülen, dem D-Methadon und L-Methadon im Verhältnis 1:1. Das linksdrehende L-Methadon (Levomethadon) hat eine starke schmerzlindernde Wirkung. Das rechtsdrehende D-Methadon ist der stärkste bekannte Hustenblocker und ist auch verantwortlich für die starke Wirkung des Gemisches auf Nervenschmerzen. Darüber hinaus kann D,L-Methadon den Wirkverlust von Opioiden, wie zum Beispiel Morphium oder Fentanyl, innerhalb kürzester Zeit aufheben. Wenn andere starke schmerzwirkende Opioide nicht mehr schmerzlindernd wirken, kann man mit D,L-Methadon doch noch eine schmerzstillende Wirkung erreichen. Gerade bei Patienten mit Leberinsuffizienz und Niereninsuffizienz, bei denen andere Opioide nicht angewendet werden sollten, kann Methadon eingesetzt werden.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Methadon gehören Schwindel mit Übelkeit, Unwohlsein und Schläfrigkeit zu Anfang der Behandlung und die anhaltende Verstopfung und verstärktes Schwitzen. Die Übelkeit mit Schwindel sowie Unwohlsein verschwinden nach der Eingewöhnungszeit von ca. 2-3 Wochen. Beide können durch Begleitmedikamente (Haloperidol-Tropfen, MCP) reduziert werden.  

Die sehr seltene und nur bei hohen Dosen bekannte Nebenwirkung des D-Methadons ist die negative Wirkung auf den Herzmuskel mit negativen Einfluß auf Kalium-Kanäle und Verlängerung der QT-Zeit was zur Herzrhythmusstörungen wie Torsades-de-pointes-Arrhythmien führen kann, die dann ein potenziell tödliches Kammerflimmern auslösen können. In einer Bekanntmachung der AkdÄ(Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft 2002) wurde über 17 substituierte Patienten berichtet, deren tägliche Methadondosis im Durchschnitt 400mg betrug. Da diese Dosis zehnmal so hoch ist wie bei der Krebstherapie, ist das Risiko für die Torsades des Pointes wohl eher gering. Fallberichte

Das Methadon wird als Tropfen verabreicht und über die Mundschleimhaut aufgenommen.

In der Kooperation mit der Dippold-Apotheke bieten wir unseren Patienten diese Therapie an. Die Kosten für eine 100ml Pipettenflasche liegen jetzt bei ca. 30,- Euro.

Die Tropfen sollen nicht im Kühlschrank sonder in der Raumtemperatur aufbewahrt werden.

Methadon-Info  - pdf-Datei 

Weitere Informationen:

Häufige Fragen von Ärzten und Patienten zum Einsatz von Methadon bei Krebspatienten

Leukämie

Verstärkung der Chemotherapie

Methadon-Tropfen Rezeptur

Fachartikel Methadon als Krebsmittel

Fachartikel Schmerzen

Fachartikel Krebsrtherapie

Patientenberichte

Leitlinien Schmerztherapie

Studien:

Glioblastom

Leukämie

Seit April 2017 wird in verschiedenen Medien über den möglichen Einsatz von D/L-Methadon in der Krebstherapie und antitumorale Effekte von D/L-Methadon berichtet. Trotz der Berichte versuchen alle schulmedizinischen Fachgesellschaften die positive Wirkung des Methadons zu ignorieren und zu leugnen. Alle berufen sich auf fehlende Studien und raten in zahlreichen Stellungnahmen vom Einsatz von D/L-Methadon bei Krebspatienten ab. Eigentlich müssten alle Ärzte bei so einer Entdeckung neugierig sein und wegen der niedrigen Kosten und zahlreichen positiven Effekten von D/L-Methadon das Präparat großzügig bei Krebspatienten ermöglichen. 

Man müsste alle Onkologen vor der Chemotherapie auch nach den Studiendaten zu jedem Präparat fragen und sich die Studienergebnisse mit Überlebenszeit, Wirkung und vor allem Nebenwirkung zeigen lassen. Welche Therapie gemacht wird, soll der Patient entscheiden und damit er die Entscheidung treffen kann, braucht er solche seriöse Informationen zu Wirkung und Nebenwirkung der eingesetzten Medikamente.

Die meisten Studien über Medikamente wurden und werden von der Pharmaindustrie finanziert, die nicht nur kontrollieren, was veröffentlicht wird, sondern auch, was nicht veröffentlicht wird. So funktioniert die Schulmedizin.

Stellungnahme des Arbeitskreises Tumorschmerz der Deutschen Schmerzgesellschaft

Aktuelle Stellungnahme der DGHO.

Bei der Stellungnahme der DGHO wird nicht erwähnt, dass Methadon alleine die Krebszellen töten kann. Das war nämlich genau die Entdeckung von Frau Dr. Friesen im Rahmen vorklinischer Experimente in Zellkulturen und Tierexperimenten. In weiteren Experimenten hat man festgestellt, dass die Krebszellen unter Methadon sensibler auf die Chemotherapie reagieren. Die in der Stellungnahme zitierte Analyse von MD Anderson Cancer Center in Houston (8) bezieht sich nur auf Überlebenszeit und nicht auf die Apoptoseinduktion (Sterben) der Krebszellen unter Methadon.  

Antworten auf die Stellungnahme der Fachgesellschaften von Dr. Rainer Ullmann

Kommentar von Dr. Rainer Ullmann

Artikel über Methadon von Medscape 

Video und TV-Beiträge:

Studiodiskussion bei Stern-TV, Teil 2, Teil 3

D,L-Methadon in der Onkologie

Methadon als Krebsmittel - ARD-Beitrag

Methadon gegen Krebs - NDR-Beitrag

Methadon Hilft gegen Krebs - SWR-Beitrag

Methadon gegen Pharmaindustrie

Methadon gegen Krebs - pro und contra