Diese Webseite verwendet Cookies. So können wir Ihnen das bestmögliche Nutzererlebnis bieten. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Methadon

Anwendertreffen mit Vorträgen(Fr. Dr. Friesen, Hr. Dr. Hilscher) in der Praxis Dr. Wolfgang Loesch in Potsdam am 19.01.18  

Methadon ist ein schmerzlindernder Wirkstoff aus der Gruppe der Opioide, der zur Behandlung von Schmerzen und zur Substitution im Rahmen einer Heroin-Entzugstherapie eingesetzt wird. Als Schmerzmittel ist Methadon wirksamer als Morphin, Buprenorphin und Fentanyl (Friesen u.a. 2011).

Die Wirkungen beruhen auf der Bindung an die µ- und κ-Opioid-Rezeptoren. Zusätzlich zeigt Methadon eine antagonistische Wirkung am NMDA-Rezeptor.

Methadon unterscheidet sich von anderen Opioiden durch die wesentlich längere Wirkungsdauer und das langsamere Anfluten im Gehirn. Seit einigen Jahren untersuchen Forscher am Ulmer Universitätsklinikum die Wirkung von Methadon bei Krebs. Sie hatten entdeckt, dass die eigentlich zum Heroinentzug eingesetzte Ersatzdroge Methadon Leukämiezellen und andere Krebszellen wie Glioblastome abtöten kann.

Das Methadon dockt an der Oberfläche der Krebszellen an den Opioidrezeptoren und aktiviert Signalwege, die die Apoptose (den natürlichen Zelltod) auslösen und damit die Tumorzelle zum Absterben bringen.

Bericht in der Pharmezeutischen Zeitung 2008

Bericht in der Pharmazeutischen Zeitung 2016

Zusätzlich macht das Methadon über die Opioidrezeptoren der Krebszellen die resistente Tumorzellen wieder empfindlich für die Chemotherapie. Diese wirkung wurde bei allen von Frau Dr. Friesen untersuchten Krebsarten nachgewiesen und inzwischen bei zahlreichen Tumorpatienten bestätigt. Denn um Chemotherapeutika aus der Zelle zu transportieren und sich damit vor Zellgiften zu schützen, bilden Tumorzellen an der Zelloberfläche Pumpen aus. Es konnte nachgewiesen werden, dass dieser Mechanismus durch D,L-Methadon über die Besetzung der Opioidrezeptoren blockiert wird. Das bedeutet, dass über die Bindung an den Opioidrezeptor die Tumorzellen weniger von der giftigen Chemotherapie wieder ausschleusen können und diese dadurch länger in der Tumorzellen bleiben und somit effektiver wirken. Dadurch wird die Wirkung der Chemotherapie verstärkt. Diese Entdeckung verdanken wir der Forscherin auf dem Gebiet des Methadon Frau Dr. Claudia Friesen aus Ulm. (Friesen C / Oncotarget 2013 und Cell Cycle 2014).

Für die Krebstherapie wir das D,L-Methadon eingesetzt. D,L-Methadon ist ein vollsynthetisch hergestelltes Gemisch (Racemat) von zwei spiegelbildlichen Molekülen, dem D-Methadon und L-Methadon im Verhältnis 1:1. Das linksdrehende L-Methadon (Levomethadon) hat eine starke schmerzlindernde Wirkung. Das rechtsdrehende D-Methadon ist der stärkste bekannte Hustenblocker und ist auch verantwortlich für die starke Wirkung des Gemisches auf Nervenschmerzen. Darüber hinaus kann D,L-Methadon den Wirkverlust von Opioiden, wie zum Beispiel Morphium oder Fentanyl, innerhalb kürzester Zeit aufheben. Wenn andere starke schmerzwirkende Opioide nicht mehr schmerzlindernd wirken, kann man mit D,L-Methadon doch noch eine schmerzstillende Wirkung erreichen. Gerade bei Patienten mit Leberinsuffizienz und Niereninsuffizienz, bei denen andere Opioide nicht angewendet werden sollten, kann Methadon eingesetzt werden.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Methadon gehören Schwindel mit Übelkeit, Unwohlsein und Schläfrigkeit zu Anfang der Behandlung und die anhaltende Verstopfung und verstärktes Schwitzen. Die Übelkeit mit Schwindel sowie Unwohlsein verschwinden nach der Eingewöhnungszeit von ca. 2-3 Wochen. Beide können durch Begleitmedikamente (Promethazinl-Tropfen, Dexamethason oder MCP) reduziert werden.  

Die sehr seltene und nur bei hohen Dosen (über 100mg/Tag) bekannte Nebenwirkung des D-Methadons ist die negative Wirkung auf den Herzmuskel mit negativen Einfluß auf Kalium-Kanäle und Verlängerung der QT-Zeit was zur Herzrhythmusstörungen wie Torsades-de-pointes-Arrhythmien führen kann, die dann ein potenziell tödliches Kammerflimmern auslösen können. In einer Bekanntmachung der AkdÄ(Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft 2002) wurde über 17 substituierte Patienten berichtet, deren tägliche Methadondosis im Durchschnitt 400mg betrug. Da diese Dosis zehnmal so hoch ist wie bei der Krebstherapie, ist das Risiko für die Torsades des Pointes wohl eher gering. Fallberichte

Methadon - Chemische Eigenschaften

Das Methadon wird als Tropfen verabreicht und über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Methadon wurde im Jahr 2017 von WHO in die Liste der essentielen Medikamente zur Schmerzbehandlung bei Krebspatienten aufgenommen und darf somit den Krebspatienten mit Schmerzen nicht enthalten bleiben. Also wenn Sie von Ihrem behandelnden Onkologen eine Absage für Verordnung von Methadon bekommen, dann berufen Sie sich auch diese Liste (Seite 3).  

Weitere Indikationen für eine Methadontherapie:

  • Neupathischer Schmerz
  • Morphinunverträglichkeit
  • Schmerzen die auf andere Opioide/Opiate nicht oder nicht mehr reagieren

D,L-Methadon zeichnet sich auch durch:

  • Geringe Kosten, ca. 30,- Euro für 100ml, 4 Wochen Therapie
  • weniger Nebenwirkung als alle Opiate/Opioide
  • Wirkung auf neuropathische und somatische Schmerzen
  • hohe therapeutische Breite
  • orale transmukosale und rektale Applikation
  • antineoplastische Wirksamkeit
  • antidepressive Wirksamkeit
  • antitussive Wirksamkeit
  • bessere Schmerzkontrolle

Kontraindikationen für Methadon:

  • Überempflindlichkeit,
  • während der Schwangerschaft und Stillzeit
  • chronisch-respiratorische Insuffizienz, Atemdepression
  • akute Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • schwere Leber- und Niereninsuffizienz
  • akute Alkoholvergiftung
  • angeborene Verlängerung der QT-Zeit im EKG

Nebenwirkung: 

  • in den ersten 2-4 Wochen Schwindel mit Übelkeit, Müdigkeit
  • abdominale Beschwerden mit Verstopfung
  • verstärktes Schwitzen
  • in Dosen über 100mg (D-Methadon) mögliche Kardiotoxizität mit Torsade-de-pointes-Tachykardie
  • Abhängigkeit, beim abrupten Absetzten Entzugssymptomatik mit innerer Unruhe, Zittern, Schwitzen, Tachykardie, Angst und Panik
  • Alpträume, wie bei allen Opioiden und Opiaten

Die Nebenwirkungen mit Schwindel und Übelkeit klingen meistens nach 3 Wochen ab und können während der ersten 3 Wochen durch Einnehme von z.B. Promethazin oder Levomepromazin erträglich gemacht werden. Gegen die Verstopfungen empfehlen wir dauerhaft Movicol einzunehmen.

Interaktionen:

Methadon wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert. Dabei spielt vor allem CYP3A4 eine wichtige Rolle, welches Methadon via N-Demethylierung zu EDDP, einem inaktiven Metaboliten, verstoffwechselt. Weitere an der Biotransformation beteiligten Enzyme sind CYP2D6, 2B6 und 1A2. Da viele Medikamente Substrate, Induktoren oder Inhibitoren von CYP3A4 sind, sind zahlreiche Interaktionen möglich. Die gleichzeitige Verabreichung von MAO-Hemmern und Methadon kann einen fatalen Blutdruckabfall verursachen und im schlimmsten Fall die Patienten ins Koma versetzen. Eine verstärkte dämpfende Wirkung ist mit zentral dämpfenden Substanzen wie zum Beispiel Alkohol und Schlafmitteln zu erwarten.

D,L-Methadon soll in der Therapie nicht zusammen mit anderen Opiaten/Opioiden, Cannabis und starken Antioxidantiien in therapeutischen Dosen eingenommen werden. In prophylaktischen Dosierungen können alle NEM eingenommen werden.

Die Tropfen sollen nicht im Kühlschrank sondern in der Raumtemperatur aufbewahrt werden.

Die Methadon-Tropfen können von jedem Arzt auf einem privatem BTM-Rezept verordent werden. Für die Kollegen die sich informieren möchten hier die aktuelle Rezeptur: 

Rezeptur D,L-Methadon:

  • D,L-Methadonhydrochlorid 1,0g (1% Lössung)
  • Kaliumsorbat 0,14 g
  • Zitronensäure wasserfrei 0,07g
  • Aqua purifikata ad 100,0 g
  • Pipettenflasche
  • Dosierung 2x 35 Topfen 

Dosierungen

Opioidnaiver Patient, Dosierungsintervall bei 2 mal täglich = 12 h

  • 1. Tag: 2 x 5 Tropfen (2 x 2,5 mg)
  • 2. Tag: 2 x 10 Tropfen (2 x 5 mg)
  • 3. Tag: 2 x 15 Tropfen (2 x 7,5 mg)
  • 4. Tag: 2 x 20 Tropfen (2 x 10 mg)
  • dann die Dosierung weiter um 2-5 Tropfen steigen bis 2 x 35 Tropfen als Dauertherapie werden 2 x 35 Tropfen eingenommen
  • Onkologie 2x 20 (2 x 10 mg) bis 2 x 35 (2 x 17,5 mg) Tropfen täglich
  • Schmerztherapie bis 2 x 20 bis 3 x 100 Tropfen täglich
  • Drogenersatztherapie 2 x 600 Tropfen täglich

Wichtige Hinweise bei Einnehmen von Methadon:

  • Keine anderen Opioide/Opiate nur D,L-Methadon, da diese die gleichen Rezeptoren belegen und Wirkung von D,L-Methadon blockieren
  • Keine Canabinoide, da diese den Opioidrezeptorsignalweg modulieren
  • Keine starke Antioxidantien einnehmen z.B. Infusionen mit Vitamin C
  • D,L-Methadon wird kontinuierlich verabreicht, auch in der chemofreien Zeit.
  • Wichtig ist eine ca.15 Minuten vor der Methadongabe durchgeführte Antiemese mit 2 x 3 Tropfen Levomepromazin für 2-3 Wochen.
  • Bei unzureichender Antiemese oder sonstiger Inappetenz 4-8 mg Dexamethason am Morgen.  
  • Ergänzend: z.B. Movicol (1 bis 3 x täglich) gegen Ostipation.
  • ab 40 Tropfen Dosierung 3 mal täglich, Dosierungsintervall = 8h

Arzt-Info-Mappe - Arzt-Informationen zur antineoplastischen Wirkung von D-L-Methadonhydrochlorid

In der Kooperation mit der Dippold-Apotheke in Dippoldiswalde bieten wir unseren Patienten diese Therapie an. Die Kosten für eine 100ml Pipettenflasche liegen bei ca. 30,- Euro.

    Weitere Informationen:

    Methadon - Fachinfo

    Methadon-Info der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr - pdf-Datei 

    Vortragsfolien von Fr. Dr. Friesen vom 19.01.18 - Anwendertreffen in Potsdam

    Vortragsfolien von Dr. Hilscher vom 19.01.18 - Anwendertreffen in Potsdam

    Informationen über Methadon der Deutschen Gesellschaft für Onkologie

    Häufige Fragen von Ärzten und Patienten zum Einsatz von Methadon bei Krebspatienten

    Leukämie

    Verstärkung der Chemotherapie

    Fachartikel Methadon als Krebsmittel

    Fachartikel Schmerzen

    Fachartikel Krebsrtherapie

    Patientenberichte

    Leitlinien Schmerztherapie

    Klinische Studien:

    Seit April 2017 wird in verschiedenen Medien über den möglichen Einsatz von D/L-Methadon in der Krebstherapie und antitumorale Effekte von D/L-Methadon berichtet. Trotz der Berichte versuchen alle schulmedizinischen Fachgesellschaften die positive Wirkung des Methadons zu ignorieren und zu leugnen. Alle berufen sich auf fehlende Studien und raten in zahlreichen Stellungnahmen vom Einsatz von D/L-Methadon bei Krebspatienten ab.

    Eigentlich müssten alle Ärzte bei so einer Entdeckung neugierig sein und wegen der niedrigen Kosten und zahlreichen positiven Effekten von D/L-Methadon das Präparat großzügig bei Krebspatienten ermöglichen. 

    Man müsste alle Onkologen vor der Chemotherapie auch nach den Studiendaten zu jedem Präparat fragen und sich die Studienergebnisse mit Überlebenszeit, Wirkung und vor allem Nebenwirkung zeigen lassen. Welche Therapie gemacht wird, soll der Patient entscheiden und damit er die Entscheidung treffen kann, braucht er solche seriöse Informationen zu Wirkung und Nebenwirkung der eingesetzten Medikamente.

    Die meisten Studien über Medikamente wurden und werden von der Pharmaindustrie finanziert, die nicht nur kontrollieren, was veröffentlicht wird, sondern auch, was nicht veröffentlicht wird. So funktioniert die Schulmedizin.

    Ärzteliste die D-/L-Methadon verordnen nach PLZ

    Hier die Gegenoffensive seitens der Pharma und deren treuen Ärzte:

    Stellungnahme des Arbeitskreises Tumorschmerz der Deutschen Schmerzgesellschaft

    Aktuelle Stellungnahme der DGHO.

    Bei der Stellungnahme der DGHO wird nicht erwähnt, dass Methadon alleine die Krebszellen töten kann. Das war nämlich genau die Entdeckung von Frau Dr. Friesen im Rahmen vorklinischer Experimente in Zellkulturen und Tierexperimenten. In weiteren Experimenten hat man festgestellt, dass die Krebszellen unter Methadon sensibler auf die Chemotherapie reagieren. Die in der Stellungnahme zitierte Analyse von MD Anderson Cancer Center in Houston (8) bezieht sich nur auf Überlebenszeit und nicht auf die Apoptoseinduktion (Sterben) der Krebszellen unter Methadon.  

    Antworten auf die Stellungnahme der Fachgesellschaften von Dr. Rainer Ullmann

    Kommentar von Dr. Rainer Ullmann

    Artikel über Methadon von Medscape 

    Video und TV-Beiträge:

    Methadon - Hoffnung für Krebspatienten?

    Interview mit Frau Dr. Friesen

    Studiodiskussion bei Stern-TV, Teil 2, Teil 3

    D,L-Methadon in der Onkologie

    Methadon als Krebsmittel - ARD-Beitrag

    Methadon gegen Krebs - NDR-Beitrag

    Methadon Hilft gegen Krebs - SWR-Beitrag

    Methadon gegen Pharmaindustrie

    Methadon gegen Krebs - pro und contra