Das wichtigste Vitamin

11. September 2017, Christoph Polanski - Allgemein

Vitamin D3 ist notwendig zum gesunden Leben und normaler Organfunktion.

Während meines Medizin-Studium wusste man nicht viel über Vitamin D. Vitamin D war damals wichtig für die Calciumresorption aus dem Darm, Rachitis- und Osteoporose-Prophylaxe. Inzwischen kennen wir Zusammenhänge zwischen Vitamin-D-Magel und Krebs (Haut, Blut, Brust, Prostata, Dickdarm) sowie Autoimmunerkrankungen wie Typ-1 Diabetes, Hashimoto, Crohn, Colitis ulcerosa uvm. Es gibt inzwischen zahlreiche Publikationen über die Zusammenhänge. Trotzdem propagiert man weiterhin z.B. saisonale Substitution des Vitamin D (nur im Winter) und lächerlich niedrige Dosierungen. Die meisten Fachgesellschaften, Ärzte und Apotheken haben noch nichts neues dazu gelernt. Dabei haben bei uns in Deutschland alle Patienten, die keine synthetisch hergestellte Vitamine einnehmen, einen Vitamin-D-Mangel! 

Vitamin D3 (Cholecalciferol), ist ein Sterolderivat von 7-Dehydrocholesterol und wird in der Haut unter UV-B-Anteil des Sonnenlichts gebildet. Die Bildung von Vitamin D3 in der Haut unter UVB-Licht funktioniert am besten je näher man am Äquator lebt. In unseren Breitengraden (51.) ist der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen auf die Erde zu gering und dadurch kommt zu wenig UVB-Licht an. Mit zunehmendem Alter läßt die Fähigkeit das Vitamin-D zu bilden unter UVB-Licht deutlich nach.

Weitere Ursachen des Vitamin D-Magels oder vermiderter Wirksamkeit sind zu geringe Aufnahme Vitamin D aus tierischen Fetten, Hyperphosphatämie und Magnesium-Mangel. 

Vitamin D3 hat keinerlei Wirkung im Körper. Sie muss zuerst in in der Leber in eine Speicherform Calcidiol und dann in ein aktives Hormon Calcitriol in den Nieren umgewandelt werden. Das Vitamin D3 gelangt also aus der Nahrung oder Haut in das Blut und wird dort an das Vitamin-D-bindende Protein (DBP) gebunden zur Leber transportiert. In der Leber wird das Vitamin D3 hydroxyliert und zu 25(OH)Vitamin D3 (Calcidiol) umgewandelt. Calcidiol ist eine Speicherform des Vitamin D3. Über die Messung des Blutspiegels (25OH)Vitamin D3 läßt sich am besten die Vitamin-D-Versorgung beurteilen. Aus der Leber wird an die DBP-gebundene 25(OH)-Vitamin D3 in die Nieren transportiert und in ein aktives Hormon, 1,25-Dihydroxycholecalcalferol (Calcitriol) umgewandelt. Erst das Calcitriol bindet an die Vitamin-D-Rezeptoren in allen Zellmembranen und Zellkernen (VDR).

Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz oder ohne Nieren können das Calcidiol in das Calcitriol schlechter oder gar nicht umwandeln und müssen deshalb ständig die aktive Form von Vitamin D3 (Calcitriol) und nicht Vitamin D3 (Cholecalciferol) substituieren. Weil das substituierte Vitamin D3 bei Nierenerkankungen schlechter oder gar nicht umgewandelt werden kann, kann es bei diesen Patienten unter Substitution von Vitamin D3 zu einer Überdosierung kommen. Auf die Umwandlung von Calcidiol in Calcitriol in den Nieren haben Einfluß unter anderem Spiegel von Calcium, Parathormon, Phosphat, Östrogen, Cortisol, Calcitonin, Somoatotropin und Prolactin. Deshalb auch führt Vitamin-D-Mangel zur Störungen der Organe die diese Hormone produzieren(Schilddrüse, Nebenschilddrüsen, Nebennieren, Ovarien, Hypophyse).

Es gibt auch Vitamin D2 (Ergocalciferol), die ähnliche Veränderungen wie Vitamin D3 im Körper erfährt und führt die gleiche Funktion wie Vitamin D3. Ein weiteres Vitamin D1 (Luminsterol) ist ohne klinische Relevanz.

Vitamin D3 ist in tierischen Produkten - Thunfisch, Aal, Lachs, Kabeljau, Milz, in kleinen Mengen in Eigelb, Milch und Käse vorhanden. Vitamin D2 findet sich in Hefen und Pflanzen, in Zellmembranen. Beide Vitamine sind gegen hohe Temperaturen resistent, so dass sie sich beim Backen oder Braten nicht abbauen, sie lösen sich nicht in Wasser auf. Nur Sonneneinstrahlung ist sehr schädlich für Vitamin D.

Bildung von Vitamin D3 in der Haut deckt bei uns in Deutschland selten den täglichen Bedarf, deshalb sind wir an dauerhafte Substitution des Vitamin D3 angewiesen. Der Tagesbedarf ist sehr individuell und liegt in der Regel bei ca. 100 IE pro kg Körpergewicht pro Tag. Damit Vitamin D wirken kann hat sie zwei wichtige Partner: Vitamin K2 (Menachinon) und Vitamin A. Vitamin D und A interagieren auf intrazelluläre Rezeptoren: Retinoid-X-Rezeptor (RXR) und D-Rezeptoren und können bei Mangelzuständen die Wirkung von dem anderen Partner abschwächen. Vitamin K2 stimuliert Aktivierung von MGP und verhindert damit Arteriosklerose, Osteoporose und Arthrose.

Vitamin D3 stärkt unser Immunsystem, Durch Einfluß auf die Toll-like Rezeptoren TLR-2, -3, -4 und -7 wirkt Vitamin D direkt antibakteriell und verstärkt Produktion von antimikrobiellen Peptiden wie Beta-Defensinen und Cathelicidinen, Darüber hinaus erhöht es die Aktivität der Freßzellen wie Makrofagen und Dentritische Zellen. Durch die Stimulation des unspezifischen Immunsystem hat das Vitamin D3 positiven Einfluß auf Bekämpfung von bakteriellen Infektionen. Ob sie auch Einfluß auf spezifische Immunsystem und dadurch auch auf Virusinfekte ist noch nicht bekannt.

Zusätzlich reguliert Vitamin D viele metabolische Prozesse durch die Beeinflussung von Membran und nuklearen Rezeptoren. Gerade durch die Wirkung auf die Zellkernrezeptoren hat Vitamin D Einfluß auf die Autoimmunerkrankungen wie Typ-1 Diabetes, Hashimoto, Crohn, Colitis ulcerosa sowie auf die Krebsentstehung.

Weiterhin wirkt Vitamin D positiv auf die Telomerlänge somit auf die Älterungsprozesse und Krebserkrankungen.

Eine Substitution von Vitamin D3 (10.000IE täglich) führt oft zur Remision bei allen Autoimmunerkrankungen. Weiterhin reduziert das Risiko von Krebserkrankungen, vor allem Blut, Brust, Prostata und Dickdarm. Alle Krebspatienten haben Vitamin-D-Mangel!!!

Ein Vitamin D-Mangel ist, nach den Ergebnissen vieler Studien, mitverantwortlich für ein erhöhtes Risiko der Allgemeinsterblichkeit und für Krebserkrankungen.

Vitamin D-Mangel und Folgen:

  • < 15 ng/ml - erhöhtes Krebsrisiko
  • < 35 ng/ml - erhöhtes Risiko für Autoimmunerkrankungen (Hashimoto, Crohn, Typ-1 Diabetes, Colitis ulcerosa
  • < 50 ng/ml - erhöhte Infektanfälligkeit

Vitamin D-Substitution soll immer nach Überprüfung der Blutwerte von Vitamin D und Vitamin A erfolgen. Vitamin A kann man als direktes Vitamin A aus tierischer Nahrung oder als Provitamin A(Carotinoide) aus den pflanzlichen Nahrungsmittel aufnehmen.

Bei Dosierungen über 5000 IE pro Tag soll immer Vitamin K2 (Mk7) 200mcg eingenommen werden.

 

Literatur:

  • P. Autier, S. Gandini. Vitamin D supplementation and total mortality. A meta-analysis of randomized controlled trials.. „Arch Intern Med”. 2007, 167, 1730-7
  • TT Wang, FP Nestel, V Bourdeau. Cutting edge: 1,25-dihydroxyvitamin D3 is a direct inducer of antimicrobial peptide gene expression. „J Immunol.” 2004, 173, 2909-2912
  • Webb AR. Who, what, where and when-influences on cutaneous vitamin D synthesis. „Prog. Biophys. Mol. Biol.”. 92, s. 17–25, 2006
  • D. Noland, Inflammation and the Pathophysiology of Chronic Disease [w:] Krause’s Food & The Nutrition Care Process, red. nauk. L.K. Mahan, J.L. Raymond, wyd. 14, Canada 2017, s. 41.
  • A. Shenkin, N.B. Roberts, Vitamins, Trace Elements, and Nutritional Assessment [w:] Tietz Fundamentals of Clinical Chemistry and Molecular Diagnostics, red. nauk. C.A. Burtis, D.E. Bruns, wyd. 7, USA 2015, s. 464.
  • E.A. Schmutz, M.B. Zimmermann, S. Rohrmann, The inverse association between serum 25-hydroxyvitamin D and mortality may be modified by vitamin A status and use of vitamin A supplements, „European Journal of Nutrition” 2016, nr 55 (1), s. 393-402.
  • M. Holick i T. Chen, Vitamin D deficiency: a worldwide problem with health consequences, „American Journal of Clinical Nutrition” 2008, nr 87, s. 1080S-1086S.
  • M.F. Holick, Sunlight and vitamin D for bone health and prevention of autoimmune diseases, cancers, and cardiovascular disease, „The American Journal of Clinical Nutrition” 2004, nr 80, s. 1678S-1688.

Eier - die gesündesten Nahrungsmittel

06. September 2017, Christoph Polanski - Allgemein

Eier gehören zu den gesündesten Lebensmitteln. Die Empfehlungen für das Essen von Eiern sind längst nicht mehr aktuell.

Das Eiklar enthält Ovalbumin, Cystatin, Lysozym und Avidin. Cystatin und Lysozym wirken antibakteriell.

Eigelb ist reich an Omega-3-Fettsäuren, einschließlich DHA, Lecithin, Lutein, Cholin, alle Vitamine außer Vitamin C, Zink, Eisen, Selen, Kupfer, Schwefel, Phosphor.

Die Eierschalen sind reich an Kalzium und Strontium und können auch gegessen werden.

Zu den wertvollsten Inhaltsstoffen der Eier sind neben den 8 essentiellen Aminosäuren das Lecithin (Inositol+Cholin) und Cholin. Aus dem Cholin wird Acetylcholin (Neurotransmitter) gebildet. Deshalb ist die Leistung des zentralen und peripheren Nervensystem sowie des neurovegetativen Nervensystem von einer guten Cholinversorgung abhängig. 

Zu Symptomen des Cholin- und Lecithinmangels gehören:

  • Störungen des gesamten Nervensystems mit Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche, Angstzustände, Gereiztheit, Schlafstörungen, Tinnitus,
  • Kopfschmerzen,
  • Herzbeschwerden,
  • Obstipationen,
  • Organverfettung (sog. Fettleber),
  • Unfruchtbarkeit,
  • Anämie,
  • Bluthochdruck.

Die tägliche Dosis für Lecithin soll bei 1,5 bis 3 g liegen. Z.B. durch die Muttermilch bekommen die Babys ca. 1-10g Cholin pro Tag. Der Tagesbedarf für Cholin liegt bei 3-4g.

Cholin senkt außerdem die Triglyzeride, Gesamt- und LDL-Cholesterin und erhöht HDL-Cholesterin sowie reduziert die Leberverfettung. Therapie mit Cholininfusionen (Neurotropan, Cholincitrat) werden deshalb bei Neurovegetativen Störungen, Alzheimerdemenz, Enzephalitis disseminata und zur Senkung der Blutfette und Leberverfettung eingesetzt. Die Kosten einer Infusion mit 600mg Cholincitrat liegen bei ca. 30,-Euro und werden 1x Woche durchgeführt.

Lecithin und Cholin sowie Betain wirken kardioprotektiv und antiatherogen. Betain mit Vitamin B6, B9(Folsäure) und B12 senken Homocystein und dadurch schützen sie uns vor der Arteriosklerose. Arteriosklerose wird nach heutigem Wissen nicht durch erhöhte Cholesterin-Werte sondern durch oxidativen Stress und zu hohen Konsum von pflanzlichen Fettsäuren Omega-6 und Omega-9 verursacht. Deshalb leiden auch Veganer an Arteriosklerose und deren Folgen. 

Das Essen von Eiern verändert positiv die Cholesterin-Werte - senkt das LDL-Cholesterin und erhöht das HDL-Cholesterin und stellt die einmaligen Antioxidationsmittel Lutein und Zeaxanthin zur Verfügung, die sehr wichtig für die Gesundheit des Auges sind. 

Um das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen zu reduzieren, braucht man keine Cholesterinsenker (Statine) einnehmen, sondern sollte man dauerhaft oxidativen Streß meiden (Rauchen, Alkohol, Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes sowie psychischer Streß) und die Antioxidantien (Astaxanthin, Vitamine A, C, D3+K2, E) einnehmen. Besonders wichtig ist dabei die schon erwähnte Einnahme von Vitamin B6, B9, B12 und Betain die Homocystein senken. 

Homocystein beschädigt in den Gefäßen die Endothelzellen und mach den Weg frei für die Entstehung der Arteriosklerose. Erhöhte Homocystein-Werte verursachen auch viele andere Krankheiten wie Alzheimer und Makuladegeneration. Statt zum 1000-Mal die Cholesterin-Werte im Blut zu bestimmen müsste man die Homocystein-Werte und die Vitamine B6, B9(Folsäure) und B12 kontrollieren.

Kennen Sie Ihren Homocystein-Spiegel und den Spiegel der B-Vitamine? Die Kosten für diese Untersuchungen werden leider noch nicht von den Krankenkassen übernommen. Die Kosten der Bestimmung der 4 Parameter (Homocystein, Vitamin B6, B9 und B12) liegen bei ca. 82,-Euro.

Betain entsteht im Körper u.a. aus dem Lecithin und Cholin. Inositol aus dem Lecithin ist für denFettmetabolismus der Leber zuständig und katalysiert u.a. die Produktion der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin aus Phenylanin und Tyrosin.

Rohe Eier sollten nicht gegessen werden. Sie können Quellen von vielen Bakterien und einigen Viren sein (Salmonellen, Escherichia coli, Yersinia enterocolitica). Das in rohen Eiern befindliche Avidin bindet sehr stark das Vitamin B7 (Biotin) und inaktiviert es. Die Aktivität von Avidin und Lysozym sinkt bei der Erwärmung stark ab, das heißt es wird auch während des Eierkochens inaktiv. Wegen der Inaktivierung des Lysozym durch Hitze sollen die Eier am besten als weich gekochte Eier, 4-10 Stück pro Tag gegessen werden.

Eier sollten nicht gewaschen werden, bevor sie in den Kühlschrank gestellt werden.

Zitat aus dem Buch: Jan Kwasniewski „Optimale Kost. Kochbuch zur optimalen Ernährung“ :  Alle Organe im Menschen sind aus Eiweiß zusammengesetzt: Muskeln, Sehnen, Bänder, Leber, Nieren, Hirn, auch Haare, Nägel, Haut, usw. Vegetarier essen durch die Bank zu wenig gutes Eiweiß und zu wenig Fett! Wie das Eiweiß - so das Leben. Der Mensch hat ein anderes Eiweiß und ein anderes Leben als die Bohne. Der Mensch muss Eiweiß zu sich nehmen, das chemisch dem menschlichen Organismus am nächsten steht. Ein solches Eiweiß, aus dem der Körper jedes Gewebe aufbauen oder regenerieren kann, kommt praktisch nur im Eigelb (und in tierischen Produkten!) vor. Fast eben so gut und hochwertig ist das Eiweiß aus dem Leber und Niere bestehen. Die Proteine zerlegt der Mensch bei der Verdauung in Aminosäuren, aus denen er dann seine eigenen Eiweiße zusammenbaut. Veganer und Vegetarier leiden öfters an Eiweißmangel. Oft ist es nur ein Mangel an einer einzelnen essentiellen Aminosäuren.

Welche Aminosäuren Ihnen fehlen, können wir mittels einer Blutuntersuchung - Aminogramm bestimmen lassen (Kosten 123,-Euro)

Zusammenfassend kann man nach heutigem Wissenstand sagen, dass die Ursachen der Arteriosklerose  oxidativer Stress mit Freisetzung von freien Radikalen und Entzündungsmediatoren sind. Die wichtigste Rolle spielt dabei das Homocystein und Zytokine und nicht die Cholesterin-Werte oder der Eierkonsum.

Die Eier sind die gesündeste Nahrungsmittel und können viele Alters-Krankheiten vorbeugen! 

Wenn Sie also gesund bleiben wollen und Ihre Muskel aufbauen oder halten möchten, dann essen Sie täglich viele weichgekochte Bio-Eier (4-10 täglich) und treiben regelmäßig Sport (30 Min. täglich)!

Links:

Weitere Literatur: